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Von Kindergeburtstagen über Ferienkurse bis hin zu Fortbildungen für Lehrer bietet der Museumsdienst Köln ein umfangreiches Angebot zur Kunstvermittlung an.

20. Oktober – 28. Januar 2018

Expedition Mittelalter. Das verborgene Museum Schnütgen

Die Ausstellung zeigt etwa 200 Werke aus den eigenen Sammlungsbeständen, die noch nie oder lange Zeit nicht mehr zu sehen waren. Sie ist eine Einladung, die ferne andere Welt des Mittelalters auf intuitive Weise selbst zu entdecken. Die Raumtitel, die die Sonderausstellung thematisch gliedern, sind bewusst keine kunsthistorischen oder religiösen Kategorien. Sie sind vielmehr als Anregungen und Hinweise gedacht, einen Brückenschlag in die Erfahrungswelt der Menschen von heute zu bilden und die Kunstwerke mit einem frischen, unvoreingenommenen Blick aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. „Im Garten der Schöpfung“ bildet den Auftakt, ein Themenfeld, das im Mittelalter und in den folgenden Epochen die Phantasie in Gang gesetzt hat und zu vielen Kunstwerken anregte. Neben der biblischen Schöpfungsgeschichte, dargestellt etwa in der 2015 erworbenen und nun erstmals ausgestellten Taschenbibel (Paris, um 1250), wird auch der kreative Vorgang anschaulich, aus der ungeformten Materie eine Gestalt zu erschaffen und die körperliche Gestalt als Ausdruck einer geistigen Idee zu verstehen. Der Garten des Paradieses vereint als Schöpfung wilde Natur und architektonische Ordnung. Beispielhaft hierfür sind romanische Bildwerke aus Stein, wie ein in Köln um 1200 angefertigtes Rankenrelief mit Drachen sowie das monumentale, zugleich filigran aus Eisen geschmiedete Gitter aus dem Zisterzienserklos-ter Heisterbach von 1751, das wie eine Paradiespforte den Altarraum begrenzte. Als Wegbegleiter steht dem Besucher eine Vielzahl von Heiligen bei dem Streifzug durch die Welt des christlichen Mittelalters zur Seite. „Unterwegs“ thematisiert die auch im Mittelalter schon bedeutsame Mobilität des Menschen und Gründe, sich auf den Weg zu machen. Hiervon zeugen handliche Objekte, die man mit sich führen konnte oder von Reisen mitbrachte, wie etwa kleine Andachtsbilder oder ein Anhänger mit der Darstellung des hl. Nikolaus (Byzanz, 12-13. Jh.), der aus Byzanz in den Westen gelangte. Ein phantastisches mittelalterliches Reisebuch führt gar in ferne Länder mit un-gewöhnlichen Bewohnern, exotischen Pflanzen, Tieren und Monstern. Der Mensch lebt nicht allein, im Bereich „Gemeinschaften“ sind daher Kunstwerke versammelt, die auch das soziale Leben und Gefüge exemplarisch reflektieren, wie in dem Grabteppich der Grafen von Neuenahr (Rheinland, Ende 15. Jh.)und dem Reliquienkreuz mit Stifterinschrift (Westfalen, um 1400). Die Wege, sich die Welt vom Alltagsleben bis zur Deutung des Großen und Ganzen zu erschließen, können sehr vielfältig sein, es gibt dazu nicht allein ein Narrativ, wie man heute gerne sagt. Themenbereiche wie „Begegnung von Himmel und Erde“, „In diesem Augenblick“ „Reich der Sinne“ oder auch „Erzählungen“ sind dafür Beispiele. Bildlichen Ausdruck findet dies in Werken wie z.B. einem Kopffragment Christi von einem Triumphkreuz (Maasgebiet, Ende 13. Jh.), der Darstellung musizierender Engel (Glasmalerei, Nordfrankreich, um 1325-1330) und einem Ärmelbesatz mit Szenen aus der Josephsgeschichte (Ägypten, Mitte 7.-8. Jh., Dauerleihgabe der Peter und Irene Ludwig Stiftung Aachen). Die in Verbindung mit verehrten Persönlichkeiten mythisch aufgeladenen Objekte spielten bereits im Mittelalter eine große Rolle, wie der sog. Schachstein Karls des Großen (Ägypten, 10./11. Jh.) oder die Kasel des hl. Anno, Erzbischof von Köln (Byzanz, um 1000 und Köln, Mitte 15. Jh.).

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08. November – 30. Juni 2019

Unter der Lupe – Auf der Spur von Künstlern, Restauratoren und Fälschern

Zahlreiche Kunstwerke im Museum Schnütgen bergen Geheimnisse, die sich erst unter dem Mikroskop oder im Röntgenbild erschließen. Die Sonderausstellung gibt erstmals einen Überblick über die wichtigsten Restaurierungen und kunsttechnologischen Untersuchungen der letzten 25 Jahre. Das Spektrum reicht von der kompletten Freilegung einer Holzskulptur über konservierende Maßnahmen bis zur berührungsfreien optischen Untersuchung. Zutage treten unbekannte ältere Zustände der Werke sowie neue Einsichten über ihre Entstehung und Datierung. Zu den Exponaten zählen mit den beiden Cherubim zwei Hauptwerke frühgotischer Skulptur im Museum. Konservatorische Maßnahmen waren notwendig geworden, um die farbige Bemalung zu sichern. Die außergewöhnlich hohe künstlerische Qualität der beiden aus Holz geschnitzten Engelsfiguren tritt nun wesentlich deutlicher in Erscheinung. Die Restaurierung erfolgte mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder im Rahmen der Initiative Kunst auf Lager.

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Weitere Informationen

Für nähere Informationen und zur Buchung von Veranstaltungen gehen Sie bitte auf die Website des Museumsdienstes unter museenkoeln.de/museumsdienst

Individuelle Führungen durch wissenschaftliche Mitarbeiter des Museums sind nach persönlicher Absprache möglich. Bitte wenden Sie sich dazu an das Sekretariat des Museums: Frau Welbers, telefonisch unter +49 (0) 221 221 22310 oder per mail an museum.schnuetgen[at]stadt-koeln.de