Karl der Große und seine Zeit
Karl der Große (748-814) wurde 768 in Noyon zum König der Franken und 800 in Rom zum Kaiser gekrönt. Er förderte eine neue Blütezeit der Kultur und Kunst. Gelehrte wie Alkuin und Theodulf von Orleans stellten die lateinischen Texte der Bibel, der Kirchenväter und antiker Autoren sowie die Texte für die Gottesdienste in neuen Ausgaben zusammen. In den Klöstern seines Reiches wurden mit großer Sorgfalt kostbare Bücher geschrieben und mit bildlichen Darstellungen und kunstvollen Initialbuchstaben verziert. Auch die Elfenbeinschnitzerei, der Bronzeguss und die Baukunst erfuhren unter Karl und seinen Nachfolgern eine Renaissance. Anregungen aus einem intensiven Studium der Kunst der römischen Antike verbanden sich mit Traditionen angelsächsischer Ornamentik und christlicher Spiritualität zu einer eigenständigen neuen Kunst des Mittelalters.
Sog. Harrach-Diptychon, Aachen, Hofschule Karls des Großen, um 800, Elfenbein, 33,7 x 23 cm, Leihgabe der Peter und Irene Ludwig Stiftung, Aachen, © Rheinisches Bildarchiv
Sog. Kamm des Hl. Heribert, Metz, um 870, Elfenbein, 19 x 12 cm, Inv.-Nr. B 100, © Rheinisches Bildarchiv